USA//Instore-Werbung
April 26, 2006POP Broadcasting, Dallas, hat den derzeit noch namenlosen Regal-Fernseher entwickelt. Er soll all jene Probleme beseitigen, mit denen Instore-Werbung bislang zu kämpfen hatte. "Kunden finden es mühsam, während des Einkaufens aufzublicken und sich Werbung auf riesigen Plasmabildschirmen anzusehen", erklärt Gwen Morrison von der WPP-Handelsmarketing-Unit The Store. Noch dazu liefen die Filme ununterbrochen, so dass Supermarktangestellte meist entnervt den Ton abschalteten.
Seit Jahren beklagen sich Unternehmen darüber, dass PoS-Werbung, für die in den USA jährlich über 17 Milliarden US-Dollar ausgegeben wird, nicht effektiv genug sei und deren Wirkung nur unzureichend gemessen werden könne. "Der Regalfernseher hingegen spricht die Kunden in den letzten acht Sekunden ihrer Kaufentscheidung an", sagt POP-Broadcasting-Gründer Earl Littman. "Zu diesem Zeitpunkt könnte Werbung in der Tat einmal funktionieren."
Allerdings werde es für Littman nicht leicht, das Instrument bei den US-Handelsriesen zu platzieren, meinen Experten. So sind beispielsweise die beiden großen Ketten Wal Mart und Kroger vertraglich an die Media-Networks Premier Retail und In-Store Broadcasting gebunden.
Außerdem dominiert offenbar eine Media-Unit von Rubert Murdochs News Corporation zunehmend die Instore-Werbung. Laut internen Dokumenten, die "Adage.com" vorliegen, plant der Konzern die Werberechte kompletter Supermarktregale über eine Laufzeit von zwei Jahren an einzelne Markenartikler zu verkaufen. Die können auf diese Weise ihre Konkurrenz daran hindern, in denselben Läden wie sie zu werben. Unter anderem sollen Procter & Gamble, Johnson & Johnson und General Mills zu den ersten Interessenten gehören. sg
Neuentwicklung
Die Agentur POP Broadcasting hat ein Gerät entwickelt, das PoS- Marketing effektiver machen soll. Der Minifernseher spielt Werbespots nur dann ab, wenn sich Kunden dem Regal nähern.