KASSENSYSTEME; Das schnelle Herz des Ladens;
March 28, 2006
Die Kassensysteme im Bekleidungshandel haben schon einige Jahre auf dem Buckel. Auf der Messe Eurocis in Duesseldorf werden IT-Unternehmen ihre neuesten Loesungen rund um den Checkout praesentieren. Biometrie und RFID sind auf dem Vormarsch.
Die Kasse ist Teil des Inventars, sie ist etwas Banales, Langweiliges - allerdings nur auf den ersten Blick. Moderne EDV-gestuetzte Kassensysteme sind vielmehr Retail-Systeme, die eine ganze Reihe von warenwirtschaftlichen Funktionalitaeten beinhalten oder als Mediencenter mit Musik und Videos die Stimmung im Store und damit das Kaufverhalten beeinflussen. In einem vertikalisierten Geschaeftsmodell ist die Kasse die letzte Station einer integrierten IT-Landschaft und im Idealfall mit Systemen verbunden, die am Anfang der Wertschoepfungskette stehen. Zudem endet der Kundenkontakt an der Kasse - der letzte Eindruck des Kunden kann ueber den weiteren Verlauf der Beziehung entscheiden.
Die Entwicklungsgeschichte von Kassensystemen ist noch lange nicht am Ende - manch einer spricht im Zusammenhang mit RFID (Radiofrequenz-Identifikation) gar von einer bevorstehenden Revolution am Checkout. Die Messe Eurocis, die vom 14. bis 16. Februar auf dem Duesseldorfer Messegelaende stattfindet, bietet neben vielen anderen Schwerpunktthemen auch einen Einblick in die Welt der IT-Kassensysteme. Standards und Trends werden im Rahmen der Ausstellung in ihrer gesamten Breite gezeigt. Kaum ein namhafter Hersteller von Hard- und Software aus dem deutschsprachigen Raum fehlt bei dem Branchentreff fuer IT- und Sicherheitsloesungen im Handel.
Investitionsbereit. Tatsaechlich ist die Kasse in Handelsunternehmen ein Dauerthema. Eine Umfrage im TW-Testclub hat ergeben, dass 35% der Unternehmen in den naechsten fuenf Jahren mit der Anschaffung eines neuen Kassensystems liebaeugeln. "Wir spueren ein starke Investitionsbereitschaft", sagt Rolf Sommer von der Hiltes Software AG in Leer. "Bevor der Handel heute in eine neue Warenwirtschaft investiert, denkt er zuerst an die Kasse. Der POS geht vor", erlaeutert er. Immerhin jede zweite Kasse, die sich im Bekleidungshandel im Einsatz befindet, ist laut TW-Testclub aelter als fuenf Jahre. Jeder fuenfte Haendler hat gar noch eine Registrierkasse im Einsatz. Man spricht hier gern von der kleinen Haendlergruppe, die keine Notwendigkeit fuer die Anschaffung einer Computer-gestuetzten Kasse sieht, geschweige denn Interesse an solchen Dingen wie Warenwirtschaftssystem oder EDI hat.
Das Bad Hersfelder Handels-Softwarehaus Hoeltl Retail Solutions sammelt ganz aehnliche Erfahrungen. "Wir stellen allerdings fest, dass etwa jeder Dritte dieser Haendler darueber nachdenkt, doch auf ein modernes System umzusteigen", sagt Andreas Kuhn von Hoeltl. "Es wird zwangslaeufig dazu kommen, dass die alten Kassensysteme sukzessive gegen neue ausgetauscht werden", glaubt Leo Faltmann, Retail-Spezialist beim Muensteraner Beratungshaus Verbicon. Nicht zuletzt die Aenderung der Geschaeftsprozesse im Modehandel - Stichworte sind hier Flaechenpartnerschaften und Vertikalisierung - wirkten als Katalysatoren. "Es wird sogar so weit kommen, dass Kassensysteme von der vertikalisierenden Bekleidungsindustrie mit an die Handelspartner vertrieben werden", glaubt Faltmann. Der Grund dafuer ist evident: Abverkaufsdaten koennen ueber vorkonfigurierte und an die IT-Landschaft des Herstellers angedockte Schnittstellen direkt in die Systeme der Industrie zurueckgespielt werden und dort bis hin zu Produktionsauftraegen bei NOS-Ware alle denkbaren Prozesse anstossen.
Mehr Speed am POS. Der Handel beschaeftigt sich also intensiv mit der Optimierung der Prozesse am POS - im Fokus steht vor allem die Beschleunigung des Kassendurchlaufs, wie das Koelner EuroHandelsinstituts (EHI) in einer Studie herausgefunden hat. Die IT-Studie "Kassensysteme 2006" wird waehrend der Eurocis offiziell vorgestellt. Je kuerzer der Kunde an der Kasse steht, umso groesser ist dessen Kundenzufriedenheit, lautet der Tenor. "Wir werden in jedem Fall eine Beschleunigung der Kassiervorgaenge im Einzelhandel sehen", prophezeit Leo Faltmann von Verbicon. Ein neudeutsches Schlagwort heisst Queue-Busting. Eine Reihe von Massnahmen koennen ergriffen werden, um Schlangenbildung an der Kasse zu verhindern.
Vor allem im Lebensmitteleinzelhandel und in Baumaerkten gewinnen die so genannten Self-Checkouts, also Selbstzahlerkassen, rasch an Bedeutung. Bei Real und Edeka - und vor allem im euroepaeischen Ausland wie Belgien (Delhaize) oder Frankreich (Auchan, Carrefour) - finden sich immer haeufiger zusaetzlich zu den herkoemmlichen Kassen auch Loesungen solcher Anbieter wie Wincor Nixdorf, NCR, Toshiba Tec oder IBM.
Tatsaechlich sind Kunden, die ihre Ware selbst scannen, nur besser und damit schneller an einer solchen Kasse bedient, wenn sie maximal zehn verschiedene Artikel einkaufen. Wer mehr in seinem Warenkorb hat, kann sich unter Zeitersparnisaspekten in eine kurze Schlange stellen, da die professionellen Kassierer ueber mehr Routine beim Scannen der Barcodes verfuegen als der gemeine Verbraucher.
Kunde mit Verantwortung. Auch im Bekleidungshandel spuert man eine Tendenz hin zum Selbst-Kassieren - nach den Erfahrungen aus dem Lebensmittelhandel liegt das auf der Hand. Selten werden schliesslich mehr als zehn Teile auf einmal mitgenommen. "Der Self-Checkout ist einer der Trends in den kommenden Jahren", sagt Faltmann, der sich selbst als Nebenerwerbs-Einzelhaendler bezeichnet, da er neben seiner Beratertaetigkeit ein Bekleidungshaus im westfaelischen Nottuln fuehrt.
Nachdem Peek&Cloppenburg Duesseldorf bereits rund 50 der von Torex Retail, Berlin, gelieferten Terminals hauptsaechlich in den grossen Filialen im Einsatz hat, testet auch Peek&Cloppenburg Hamburg eine entsprechende Loesung. Der Stuttgarter Filialist Breuninger experimentiert ebenfalls mit Self-Checkouts. C&A plant die Installation von Selbstzahlerkassen mit der Moeglichkeit, bar zu zahlen. Bei Kaufhof will man noch im ersten Halbjahr eine Self-Checkout-Loesung intensiv testen, die auf RFID basiert. Hier muss der Kunde mit seiner Ware nur noch durch eine Schleuse laufen, in der sich Lesegeraete fuer die an der Ware befestigten RFID-Tags befinden. Per Karte erfolgt dann der Abschluss des Kassiervorgangs. Die Selbstzahler-Loesung bei P&C bezeichnet das Modehaus als Expresskasse. An den Kassenterminals werden die Etiketten gescannt, die Zahlung erfolgt per Karte. Der Weg zur Warenausgabe bleibt dem Kunden nicht erspart.
Mobile Kassierloesungen koennen ebenfalls dazu fuehren, Wartezeiten an den Kassen zu reduzieren. Bei Voegele werden die Etiketten zum Teil schon vom Verkaufspersonal gescannt, noch bevor der Kunde zum Bezahlen an den Kassentisch kommt. So wird die Zeit fuer den Scanvorgang an der Kasse eingespart. Diese Loesung stammt von der Actosoft GmbH aus dem ostwestfaelischen Werther, die in ihre mobile Kassenloesung auch warenwirtschaftliche Funktionalitaeten integriert hat. Auf der Eurocis werden eine Reihe mobiler Kassenloesungen, unter anderem von Handels-Softwareranbieter Futura Retail Solutions, Stelle bei Hamburg, und Hoeltl praesentiert.
Einsparpotenzial. Natuerlich sind - wie das Beispiel C&A zeigt - beim Thema Selbstzahlerkassen auch Ansaetze mit Bargeldzahlung denkbar. Allerdings bietet die bargeldlose Zahlung einen grossen Vorteil: Die Kasse bindet weniger Personal. "Aus unserer Sicht liegt vor allem deshalb ein Trend im bargeldlosen Checkout", sagt Lars Voss, Partner bei der Unternehmensberatung Hachmeister&Partner in Bielefeld. Hinzu kommt, dass das Bargeld-Handling weitere Kapazitaeten bindet. Das faengt unter Umstaenden bei der korrekten Kassenuebergabe beim Schichtwechsel an und geht ueber das Zaehlen und Sortieren bis hin zum Transport des Geldes zur Bank. Auch Bargeld-Schwund ist ein Problem.
Der Paderborner IT-Spezialist Wincor Nixdorf hat kuerzlich auf seiner Hausmesse Wincor World ein geschlossenes Bargeld-Recyclingsystem vorgestellt. Der Kunde kann am Kassenplatz selbst Muenzen in einen Kassen-Automaten werfen, das Einfuehren der Banknoten erfolgt noch durch den Kassierer. Das System ist in der Lage, die Echtheit von Muenzen und Geldscheinen zu ueberpruefen. So kann auch das eingenommene Geld wieder als Wechselgeld herausgegeben werden. Damit ist der Bargeldfluss geschlossen, die Kassenschublade ist fast leer, die Verbuchung kann vollautomatisiert ueber Schnittstellen zum Warenwirtschaftssystem erfolgen. Die Karstadt Warenhaus AG arbeitet beispielsweise im Zuge der Einfuehrung des neuen Kassensystems vom britischen Anbieter PCMS gleichzeitig an einer Aenderung beim Bargeld-Handling.
Erste Gehversuche werden derzeit mit biometrischen Loesungen gemacht. Das Baden-Badener Waren- und Modehaus Wagener hat kuerzlich die so genannte "Touch and Pay"-Kasse in seinen beiden Filialen eingefuehrt. Etwa jedes dritte Unternehmen im TW-Testclub kann sich vorstellen, innovative Checkout-Loesungen wie "Touch and Pay" einzusetzen. "Zahlen per Fingerabdruck wird schon in Kuerze weit verbreitet sein", sagt Rolf Sommer von Hiltes. Auch bei Leffers in Oldenburg, Zinser in Tuebingen und Kaiser in Freiburg werden entsprechende Loesungen im Moment getestet und koennten dort bald in den Echtbetrieb gehen. Der in einer Datenbank mit persoenlichen Daten hinterlegte Fingerabdruck ist quasi eine virtuelle Kundenkarte mit Zahlfunktion (elektronisches Lastschriftverfahren). "Jeder Kunde hat schon viel zu viele Karten in seiner Geldboerse - irgendwann ist die Grenze erreicht. Seinen Finger hat man immer dabei", ergaenzt Sommer. Lars Voss von Hachmeister&Parter schaetzt das Potenzial biometrischer Loesungen ebenfalls hoch ein.
Kasse macht nicht nur Kasse. Jenseits aller Funktionen, die man sich im ersten Moment beim Gedanken an eine Kasse vorstellt, kann ein Kassensystem eine Vielzahl weiterer Aufgaben erledigen. So wird die Kasse mehr und mehr zu einem Multimedia-Center, von dem aus sich Informationsbildschirme oder die Beschallung im Geschaeft steuern lassen. Die Verweildauer an der Kasse muesse so angenehm wie moeglich gestaltet werden. "Dafuer bieten sich Displays in der Kassenzone an", sagt Voss. Auch die Kameraueberwachung eines oder sogar mehrerer Geschaefte laesst sich vom Kassenplatz aus steuern. Andreas Kuhn von Hoeltl sieht in der integrierten Kasse, von der aus saemtliche Geraete am POS zentral gesteuert werden, ein grosses Potenzial. Auch Leo Faltmann ist der Ansicht, dass die Kasse der Zukunft das "Multitasking mehr und mehr beherrschen wird".
Es sind aber nicht nur solche Funktionen, die von der Kasse der Zukunft standardmaessig abgedeckt werden. Der reinen Kassenloesung werden immer mehr Werkzeuge zur Filialsteuerung hinzugefuegt. Hans-Juergen Scholz von der Futura Retail Solutions AG bezeichnet die Kasse deshalb als das "schnelle Herz" des Ladens. Order, Wareneingang, Filialumlagerung, Personaleinsatzplanung, Preisaenderungen, Abschriftenplanung: All dies leisten die Systeme bereits heute. Teilweise uebernehmen sie also Funktionen, die urspruenglich von Warenwirtschaftsloesungen abgedeckt wurden. Alternativ koennen die beiden Systeme auch nebeneinanderher arbeiten oder miteinander verschmelzen. Wichtig ist in jedem Fall, dass beispielsweise der Kassiervorgang zeitgleich im Warenwirtschaftssystem verbucht wird. "Der Synchronisierungs-Lauf ueber Nacht ist passe", sagt Rolf Sommer von Hiltes. "Die Online-Kasse kommt." Die Daten, die am POS gewonnen werden, sind extrem wichtig, da sie die Grundlage fuer operative Massnahmen darstellen. Durch entsprechende Management-Informations-Systeme aufbereitet, koennen sie automatisch eine Filialumlagerung anstossen. Das Filial-Controlling erhaelt durch integrierte Systeme einen immensen Schub.
Im Fokus stehen aber nicht nur die Backoffice-Funktionen innerhalb des Stores. "Kuenftig werden auch vermehrt Webshop-Funktionen von den Systemen unterstuetzt", ist Leo Faltmann sicher. Damit koennte der Haendler direkt ueber eine Internet-Verbindung beim Lieferanten nachsehen, ob ein bestimmtes Teil gerade lieferbar ist, um dem Kunden eine entsprechende Zusage zu machen, falls dieses Teil gerade nicht verfuegbar ist. Der Kunde muss sich also nicht vertroesten lassen - und sein Glueck in einem anderen Geschaeft suchen.
In vertikalisierten Systemen geht die Integration noch weiter. Dort bildet die Kasse Anfang und Ende der Supply Chain. Im bestmoeglichen Fall loest das Kassieren einen Produktionsauftrag aus - denkbar ist zudem mit Hilfe entsprechender Supply Chain Management-Systeme auch die Einbindung der Vorstufen.
Die Vielfalt der Funktionen fuehrt zwangsweise zu einer hohen Komplexitaet eines solchen Teilsystems und schliesslich der gesamten IT-Landschaft. An der Schnittstelle von Mensch und Maschine darf sich das allerdings nicht niederschlagen - da sind sich Experten und Anbieter einig.
Klarheit geht vor Funktion. Es ist also egal, wer die Kasse bedient - heute in den meisten Faellen der Mitarbeiter oder Geschaeftsinhaber selbst und in Zukunft vielleicht der Kunde: Die Kasse muss leicht, intuitiv und effizient zu bedienen sein. Nicht zuletzt deshalb gehoert schon heute der Touchscreen zum Standard im Bekleidungshandel - der ausschliessliche Einsatz einer Tastatur als Eingabegeraet ist immer seltener. Laut der EHI-Studie "Kassensysteme 2006" setzen derzeit schon rund 80% der Bekleidungshaeuser oder -filialisten Kassensysteme mit Touchscreen ein. Mit steigendem Leistungsumfang steigt allerdings auch die Komplexitaet des Systems. Deshalb weisen Experten darauf hin, dass die Ergonomie, also die leichte Bedienbarkeit der EDV-Systeme, ein entscheidender Faktor ist und bleibt. "Klarheit geht vor Funktionsumfang. Ein klare grafische Bedienerfuehrung ohne grossen Schnickschnack macht ein gute Kasse aus", sagt Hubert Rueggenmann, Handels-Experte beim Muenchener Beratungsunternehmen Contesto. Natuerlich schreiben sich alle Hersteller von Kassensystemen die einfache Handhabung auf die Fahne - allerdings gehen die Ansichten darueber auseinander, wie ein IT-System beschaffen sein muss, damit es einfach zu bedienen ist. Die Eurocis bietet die Gelegenheit, sich einen ersten Eindruck von verschiedenen Systemen zu machen und sie direkt miteinander zu vergleichen.
IT trifft Kunde. Die Kasse hat sich gewandelt - und der Prozess ist noch lange nicht beendet. Die Macht der Kasse steigt durch den technischen Fortschritt. Dabei darf der Haendler einen wichtigen Aspekt nicht aus dem Auge verlieren: Die Kasse ist die Schnittstelle zum Kunden. Persoenlicher Kontakt entsteht am Checkout und wird auch dort gepflegt. So ist es heute noch schwer vorstellbar, dass Selbstzahlerkassen in Kuerze saemtliche herkoemmlichen Checkouts inklusive des dafuer notwendigen Personals ersetzen. Die Kundenzufriedenheit - und dazu gehoert sicher auch die persoenliche Ansprache - bleibt ein wichtiger Erfolgsfaktor. Hubert Rueggenmann beobachtet bei den Haendlern eine grosse Sensibilitaet fuer das Thema: "Die Haendler erkennen immer mehr, dass der Kontakt zum Endverbraucher gerade an der Kasse von grossem Wert ist. Sie werden es sich nicht nehmen lassen, ihn beim Kassieren und Verpacken der Ware persoenlich zu betreuen."
Die Spannung zwischen Mensch und Technik ist kein neues Phaenomen. Der Kassenbereich im Einzelhandel wird sich weiter technisieren und damit auch entpersonalisieren. Gefragt sind Loesungen, die zum Vorteil aller sind. Diese Herausforderung wird von den Kassensystem-Anbietern nach eigenen Bekunden angenommen. Ergebnisse ihrer Arbeit sind auf der Eurocis in Duesseldorf zu sehen.
Christoph Lippok IT trifft Handel - Die Eurocis und ihr Rahmenprogramm Die Messe: IT-Loesungen und Sicherheitstechnik fuer den Handel stehen vom 14. bis 16. Februar im Fokus der Messe Eurocis. Die Messe Duesseldorf als Veranstalter erwartet rund 200 Aussteller und rund 5000 Fachbesucher zu dem Branchentreff, bei dem Produkte und Dienstleistungen unter anderem aus folgenden Bereichen praesentiert werden: Kassensysteme, Zahlungssysteme, Cash Management, POS-Technologien, Warenwirtschaft, Supply Chain Management, Etikettierung, Warensicherung, Videoueberwachung, Instore Marketing, Wireless Technologies, Mobile Loesungen, RFID, Business Intelligence und Customer Relationship Management. Die Messe ist taeglich von 10 bis 18 Uhr fuer Fachbesucher geoeffnet. Die Tageskarte kostet 20 Euro die Zwei-Tageskarte 35 Euro. Weitere Infos unter www.eurocis.org. Auf der Website der Messe befindet sich auch eine aktuelle Liste der Aussteller.
GRTF: Im Vorfeld der Eurocis (13./14. Februar) findet das Global Retail Technology Forum statt. Die 7. Auflage der Konferenz beschaeftigt sich mit dem Thema "Kundenorientierte IT-Strategien". Neben dem Eroeffnungsvortrag von Metro-Vorstandschef Hans-Joachim Koerber zaehlen auch die Beitraege von Joerg Heistermann, Geschaeftsfuehrer der KarstadtQuelle-Einkauf GmbH, und Martin Scofield, Head of IT der britischen Warenhauskette Harvey Nichols, zu den Hoehepunkten der zweitaegigen Konferenz. Waehrend der Abendveranstaltung am Montag, 13. Februar, werden die Global Retail Achievement Awards verliehen. Veranstalter ist das EuroHandelsinstitut (EHI), Koeln, und die Retail Systems Alert Group, Boston. Weitere Infos unter www.retailsystems.com/GRTF
Innovationstag Handel: Schliesslich gehoert zum Rahmenprogramm der Messe auch der vom EHI veranstaltete "Innovationstag Handel". Hans-Werner Sinn, Chef des Muenchener Ifo-Instituts, macht sich zum Auftakt Gedanken ueber das Thema "Deutschland - eine Basar-Oekonomie". Zudem wird die EHI-Studie "Retail Leaders 2006" vorgestellt, fuer die 50 Top-Manager aus dem Handel zu den wirtschaftlichen Erwartungen, den strategischen Planungen, den wichtigsten Erfolgsfaktoren und den bedeutendsten Innovationen befragt wurden. Im Anschluss diskutieren unter anderem Kaufhof-Chef Lovro Mandac und Guenter Fergen, Generalbevollmaechtigter der Schwarz-Gruppe, ueber die Ergebnisse der Studie.
Die Kasse ist Teil des Inventars, sie ist etwas Banales, Langweiliges - allerdings nur auf den ersten Blick. Moderne EDV-gestuetzte Kassensysteme sind vielmehr Retail-Systeme, die eine ganze Reihe von warenwirtschaftlichen Funktionalitaeten beinhalten oder als Mediencenter mit Musik und Videos die Stimmung im Store und damit das Kaufverhalten beeinflussen. In einem vertikalisierten Geschaeftsmodell ist die Kasse die letzte Station einer integrierten IT-Landschaft und im Idealfall mit Systemen verbunden, die am Anfang der Wertschoepfungskette stehen. Zudem endet der Kundenkontakt an der Kasse - der letzte Eindruck des Kunden kann ueber den weiteren Verlauf der Beziehung entscheiden.
Die Entwicklungsgeschichte von Kassensystemen ist noch lange nicht am Ende - manch einer spricht im Zusammenhang mit RFID (Radiofrequenz-Identifikation) gar von einer bevorstehenden Revolution am Checkout. Die Messe Eurocis, die vom 14. bis 16. Februar auf dem Duesseldorfer Messegelaende stattfindet, bietet neben vielen anderen Schwerpunktthemen auch einen Einblick in die Welt der IT-Kassensysteme. Standards und Trends werden im Rahmen der Ausstellung in ihrer gesamten Breite gezeigt. Kaum ein namhafter Hersteller von Hard- und Software aus dem deutschsprachigen Raum fehlt bei dem Branchentreff fuer IT- und Sicherheitsloesungen im Handel.
Investitionsbereit. Tatsaechlich ist die Kasse in Handelsunternehmen ein Dauerthema. Eine Umfrage im TW-Testclub hat ergeben, dass 35% der Unternehmen in den naechsten fuenf Jahren mit der Anschaffung eines neuen Kassensystems liebaeugeln. "Wir spueren ein starke Investitionsbereitschaft", sagt Rolf Sommer von der Hiltes Software AG in Leer. "Bevor der Handel heute in eine neue Warenwirtschaft investiert, denkt er zuerst an die Kasse. Der POS geht vor", erlaeutert er. Immerhin jede zweite Kasse, die sich im Bekleidungshandel im Einsatz befindet, ist laut TW-Testclub aelter als fuenf Jahre. Jeder fuenfte Haendler hat gar noch eine Registrierkasse im Einsatz. Man spricht hier gern von der kleinen Haendlergruppe, die keine Notwendigkeit fuer die Anschaffung einer Computer-gestuetzten Kasse sieht, geschweige denn Interesse an solchen Dingen wie Warenwirtschaftssystem oder EDI hat.
Das Bad Hersfelder Handels-Softwarehaus Hoeltl Retail Solutions sammelt ganz aehnliche Erfahrungen. "Wir stellen allerdings fest, dass etwa jeder Dritte dieser Haendler darueber nachdenkt, doch auf ein modernes System umzusteigen", sagt Andreas Kuhn von Hoeltl. "Es wird zwangslaeufig dazu kommen, dass die alten Kassensysteme sukzessive gegen neue ausgetauscht werden", glaubt Leo Faltmann, Retail-Spezialist beim Muensteraner Beratungshaus Verbicon. Nicht zuletzt die Aenderung der Geschaeftsprozesse im Modehandel - Stichworte sind hier Flaechenpartnerschaften und Vertikalisierung - wirkten als Katalysatoren. "Es wird sogar so weit kommen, dass Kassensysteme von der vertikalisierenden Bekleidungsindustrie mit an die Handelspartner vertrieben werden", glaubt Faltmann. Der Grund dafuer ist evident: Abverkaufsdaten koennen ueber vorkonfigurierte und an die IT-Landschaft des Herstellers angedockte Schnittstellen direkt in die Systeme der Industrie zurueckgespielt werden und dort bis hin zu Produktionsauftraegen bei NOS-Ware alle denkbaren Prozesse anstossen.
Mehr Speed am POS. Der Handel beschaeftigt sich also intensiv mit der Optimierung der Prozesse am POS - im Fokus steht vor allem die Beschleunigung des Kassendurchlaufs, wie das Koelner EuroHandelsinstituts (EHI) in einer Studie herausgefunden hat. Die IT-Studie "Kassensysteme 2006" wird waehrend der Eurocis offiziell vorgestellt. Je kuerzer der Kunde an der Kasse steht, umso groesser ist dessen Kundenzufriedenheit, lautet der Tenor. "Wir werden in jedem Fall eine Beschleunigung der Kassiervorgaenge im Einzelhandel sehen", prophezeit Leo Faltmann von Verbicon. Ein neudeutsches Schlagwort heisst Queue-Busting. Eine Reihe von Massnahmen koennen ergriffen werden, um Schlangenbildung an der Kasse zu verhindern.
Vor allem im Lebensmitteleinzelhandel und in Baumaerkten gewinnen die so genannten Self-Checkouts, also Selbstzahlerkassen, rasch an Bedeutung. Bei Real und Edeka - und vor allem im euroepaeischen Ausland wie Belgien (Delhaize) oder Frankreich (Auchan, Carrefour) - finden sich immer haeufiger zusaetzlich zu den herkoemmlichen Kassen auch Loesungen solcher Anbieter wie Wincor Nixdorf, NCR, Toshiba Tec oder IBM.
Tatsaechlich sind Kunden, die ihre Ware selbst scannen, nur besser und damit schneller an einer solchen Kasse bedient, wenn sie maximal zehn verschiedene Artikel einkaufen. Wer mehr in seinem Warenkorb hat, kann sich unter Zeitersparnisaspekten in eine kurze Schlange stellen, da die professionellen Kassierer ueber mehr Routine beim Scannen der Barcodes verfuegen als der gemeine Verbraucher.
Kunde mit Verantwortung. Auch im Bekleidungshandel spuert man eine Tendenz hin zum Selbst-Kassieren - nach den Erfahrungen aus dem Lebensmittelhandel liegt das auf der Hand. Selten werden schliesslich mehr als zehn Teile auf einmal mitgenommen. "Der Self-Checkout ist einer der Trends in den kommenden Jahren", sagt Faltmann, der sich selbst als Nebenerwerbs-Einzelhaendler bezeichnet, da er neben seiner Beratertaetigkeit ein Bekleidungshaus im westfaelischen Nottuln fuehrt.
Nachdem Peek&Cloppenburg Duesseldorf bereits rund 50 der von Torex Retail, Berlin, gelieferten Terminals hauptsaechlich in den grossen Filialen im Einsatz hat, testet auch Peek&Cloppenburg Hamburg eine entsprechende Loesung. Der Stuttgarter Filialist Breuninger experimentiert ebenfalls mit Self-Checkouts. C&A plant die Installation von Selbstzahlerkassen mit der Moeglichkeit, bar zu zahlen. Bei Kaufhof will man noch im ersten Halbjahr eine Self-Checkout-Loesung intensiv testen, die auf RFID basiert. Hier muss der Kunde mit seiner Ware nur noch durch eine Schleuse laufen, in der sich Lesegeraete fuer die an der Ware befestigten RFID-Tags befinden. Per Karte erfolgt dann der Abschluss des Kassiervorgangs. Die Selbstzahler-Loesung bei P&C bezeichnet das Modehaus als Expresskasse. An den Kassenterminals werden die Etiketten gescannt, die Zahlung erfolgt per Karte. Der Weg zur Warenausgabe bleibt dem Kunden nicht erspart.
Mobile Kassierloesungen koennen ebenfalls dazu fuehren, Wartezeiten an den Kassen zu reduzieren. Bei Voegele werden die Etiketten zum Teil schon vom Verkaufspersonal gescannt, noch bevor der Kunde zum Bezahlen an den Kassentisch kommt. So wird die Zeit fuer den Scanvorgang an der Kasse eingespart. Diese Loesung stammt von der Actosoft GmbH aus dem ostwestfaelischen Werther, die in ihre mobile Kassenloesung auch warenwirtschaftliche Funktionalitaeten integriert hat. Auf der Eurocis werden eine Reihe mobiler Kassenloesungen, unter anderem von Handels-Softwareranbieter Futura Retail Solutions, Stelle bei Hamburg, und Hoeltl praesentiert.
Einsparpotenzial. Natuerlich sind - wie das Beispiel C&A zeigt - beim Thema Selbstzahlerkassen auch Ansaetze mit Bargeldzahlung denkbar. Allerdings bietet die bargeldlose Zahlung einen grossen Vorteil: Die Kasse bindet weniger Personal. "Aus unserer Sicht liegt vor allem deshalb ein Trend im bargeldlosen Checkout", sagt Lars Voss, Partner bei der Unternehmensberatung Hachmeister&Partner in Bielefeld. Hinzu kommt, dass das Bargeld-Handling weitere Kapazitaeten bindet. Das faengt unter Umstaenden bei der korrekten Kassenuebergabe beim Schichtwechsel an und geht ueber das Zaehlen und Sortieren bis hin zum Transport des Geldes zur Bank. Auch Bargeld-Schwund ist ein Problem.
Der Paderborner IT-Spezialist Wincor Nixdorf hat kuerzlich auf seiner Hausmesse Wincor World ein geschlossenes Bargeld-Recyclingsystem vorgestellt. Der Kunde kann am Kassenplatz selbst Muenzen in einen Kassen-Automaten werfen, das Einfuehren der Banknoten erfolgt noch durch den Kassierer. Das System ist in der Lage, die Echtheit von Muenzen und Geldscheinen zu ueberpruefen. So kann auch das eingenommene Geld wieder als Wechselgeld herausgegeben werden. Damit ist der Bargeldfluss geschlossen, die Kassenschublade ist fast leer, die Verbuchung kann vollautomatisiert ueber Schnittstellen zum Warenwirtschaftssystem erfolgen. Die Karstadt Warenhaus AG arbeitet beispielsweise im Zuge der Einfuehrung des neuen Kassensystems vom britischen Anbieter PCMS gleichzeitig an einer Aenderung beim Bargeld-Handling.
Erste Gehversuche werden derzeit mit biometrischen Loesungen gemacht. Das Baden-Badener Waren- und Modehaus Wagener hat kuerzlich die so genannte "Touch and Pay"-Kasse in seinen beiden Filialen eingefuehrt. Etwa jedes dritte Unternehmen im TW-Testclub kann sich vorstellen, innovative Checkout-Loesungen wie "Touch and Pay" einzusetzen. "Zahlen per Fingerabdruck wird schon in Kuerze weit verbreitet sein", sagt Rolf Sommer von Hiltes. Auch bei Leffers in Oldenburg, Zinser in Tuebingen und Kaiser in Freiburg werden entsprechende Loesungen im Moment getestet und koennten dort bald in den Echtbetrieb gehen. Der in einer Datenbank mit persoenlichen Daten hinterlegte Fingerabdruck ist quasi eine virtuelle Kundenkarte mit Zahlfunktion (elektronisches Lastschriftverfahren). "Jeder Kunde hat schon viel zu viele Karten in seiner Geldboerse - irgendwann ist die Grenze erreicht. Seinen Finger hat man immer dabei", ergaenzt Sommer. Lars Voss von Hachmeister&Parter schaetzt das Potenzial biometrischer Loesungen ebenfalls hoch ein.
Kasse macht nicht nur Kasse. Jenseits aller Funktionen, die man sich im ersten Moment beim Gedanken an eine Kasse vorstellt, kann ein Kassensystem eine Vielzahl weiterer Aufgaben erledigen. So wird die Kasse mehr und mehr zu einem Multimedia-Center, von dem aus sich Informationsbildschirme oder die Beschallung im Geschaeft steuern lassen. Die Verweildauer an der Kasse muesse so angenehm wie moeglich gestaltet werden. "Dafuer bieten sich Displays in der Kassenzone an", sagt Voss. Auch die Kameraueberwachung eines oder sogar mehrerer Geschaefte laesst sich vom Kassenplatz aus steuern. Andreas Kuhn von Hoeltl sieht in der integrierten Kasse, von der aus saemtliche Geraete am POS zentral gesteuert werden, ein grosses Potenzial. Auch Leo Faltmann ist der Ansicht, dass die Kasse der Zukunft das "Multitasking mehr und mehr beherrschen wird".
Es sind aber nicht nur solche Funktionen, die von der Kasse der Zukunft standardmaessig abgedeckt werden. Der reinen Kassenloesung werden immer mehr Werkzeuge zur Filialsteuerung hinzugefuegt. Hans-Juergen Scholz von der Futura Retail Solutions AG bezeichnet die Kasse deshalb als das "schnelle Herz" des Ladens. Order, Wareneingang, Filialumlagerung, Personaleinsatzplanung, Preisaenderungen, Abschriftenplanung: All dies leisten die Systeme bereits heute. Teilweise uebernehmen sie also Funktionen, die urspruenglich von Warenwirtschaftsloesungen abgedeckt wurden. Alternativ koennen die beiden Systeme auch nebeneinanderher arbeiten oder miteinander verschmelzen. Wichtig ist in jedem Fall, dass beispielsweise der Kassiervorgang zeitgleich im Warenwirtschaftssystem verbucht wird. "Der Synchronisierungs-Lauf ueber Nacht ist passe", sagt Rolf Sommer von Hiltes. "Die Online-Kasse kommt." Die Daten, die am POS gewonnen werden, sind extrem wichtig, da sie die Grundlage fuer operative Massnahmen darstellen. Durch entsprechende Management-Informations-Systeme aufbereitet, koennen sie automatisch eine Filialumlagerung anstossen. Das Filial-Controlling erhaelt durch integrierte Systeme einen immensen Schub.
Im Fokus stehen aber nicht nur die Backoffice-Funktionen innerhalb des Stores. "Kuenftig werden auch vermehrt Webshop-Funktionen von den Systemen unterstuetzt", ist Leo Faltmann sicher. Damit koennte der Haendler direkt ueber eine Internet-Verbindung beim Lieferanten nachsehen, ob ein bestimmtes Teil gerade lieferbar ist, um dem Kunden eine entsprechende Zusage zu machen, falls dieses Teil gerade nicht verfuegbar ist. Der Kunde muss sich also nicht vertroesten lassen - und sein Glueck in einem anderen Geschaeft suchen.
In vertikalisierten Systemen geht die Integration noch weiter. Dort bildet die Kasse Anfang und Ende der Supply Chain. Im bestmoeglichen Fall loest das Kassieren einen Produktionsauftrag aus - denkbar ist zudem mit Hilfe entsprechender Supply Chain Management-Systeme auch die Einbindung der Vorstufen.
Die Vielfalt der Funktionen fuehrt zwangsweise zu einer hohen Komplexitaet eines solchen Teilsystems und schliesslich der gesamten IT-Landschaft. An der Schnittstelle von Mensch und Maschine darf sich das allerdings nicht niederschlagen - da sind sich Experten und Anbieter einig.
Klarheit geht vor Funktion. Es ist also egal, wer die Kasse bedient - heute in den meisten Faellen der Mitarbeiter oder Geschaeftsinhaber selbst und in Zukunft vielleicht der Kunde: Die Kasse muss leicht, intuitiv und effizient zu bedienen sein. Nicht zuletzt deshalb gehoert schon heute der Touchscreen zum Standard im Bekleidungshandel - der ausschliessliche Einsatz einer Tastatur als Eingabegeraet ist immer seltener. Laut der EHI-Studie "Kassensysteme 2006" setzen derzeit schon rund 80% der Bekleidungshaeuser oder -filialisten Kassensysteme mit Touchscreen ein. Mit steigendem Leistungsumfang steigt allerdings auch die Komplexitaet des Systems. Deshalb weisen Experten darauf hin, dass die Ergonomie, also die leichte Bedienbarkeit der EDV-Systeme, ein entscheidender Faktor ist und bleibt. "Klarheit geht vor Funktionsumfang. Ein klare grafische Bedienerfuehrung ohne grossen Schnickschnack macht ein gute Kasse aus", sagt Hubert Rueggenmann, Handels-Experte beim Muenchener Beratungsunternehmen Contesto. Natuerlich schreiben sich alle Hersteller von Kassensystemen die einfache Handhabung auf die Fahne - allerdings gehen die Ansichten darueber auseinander, wie ein IT-System beschaffen sein muss, damit es einfach zu bedienen ist. Die Eurocis bietet die Gelegenheit, sich einen ersten Eindruck von verschiedenen Systemen zu machen und sie direkt miteinander zu vergleichen.
IT trifft Kunde. Die Kasse hat sich gewandelt - und der Prozess ist noch lange nicht beendet. Die Macht der Kasse steigt durch den technischen Fortschritt. Dabei darf der Haendler einen wichtigen Aspekt nicht aus dem Auge verlieren: Die Kasse ist die Schnittstelle zum Kunden. Persoenlicher Kontakt entsteht am Checkout und wird auch dort gepflegt. So ist es heute noch schwer vorstellbar, dass Selbstzahlerkassen in Kuerze saemtliche herkoemmlichen Checkouts inklusive des dafuer notwendigen Personals ersetzen. Die Kundenzufriedenheit - und dazu gehoert sicher auch die persoenliche Ansprache - bleibt ein wichtiger Erfolgsfaktor. Hubert Rueggenmann beobachtet bei den Haendlern eine grosse Sensibilitaet fuer das Thema: "Die Haendler erkennen immer mehr, dass der Kontakt zum Endverbraucher gerade an der Kasse von grossem Wert ist. Sie werden es sich nicht nehmen lassen, ihn beim Kassieren und Verpacken der Ware persoenlich zu betreuen."
Die Spannung zwischen Mensch und Technik ist kein neues Phaenomen. Der Kassenbereich im Einzelhandel wird sich weiter technisieren und damit auch entpersonalisieren. Gefragt sind Loesungen, die zum Vorteil aller sind. Diese Herausforderung wird von den Kassensystem-Anbietern nach eigenen Bekunden angenommen. Ergebnisse ihrer Arbeit sind auf der Eurocis in Duesseldorf zu sehen.
Christoph Lippok IT trifft Handel - Die Eurocis und ihr Rahmenprogramm Die Messe: IT-Loesungen und Sicherheitstechnik fuer den Handel stehen vom 14. bis 16. Februar im Fokus der Messe Eurocis. Die Messe Duesseldorf als Veranstalter erwartet rund 200 Aussteller und rund 5000 Fachbesucher zu dem Branchentreff, bei dem Produkte und Dienstleistungen unter anderem aus folgenden Bereichen praesentiert werden: Kassensysteme, Zahlungssysteme, Cash Management, POS-Technologien, Warenwirtschaft, Supply Chain Management, Etikettierung, Warensicherung, Videoueberwachung, Instore Marketing, Wireless Technologies, Mobile Loesungen, RFID, Business Intelligence und Customer Relationship Management. Die Messe ist taeglich von 10 bis 18 Uhr fuer Fachbesucher geoeffnet. Die Tageskarte kostet 20 Euro die Zwei-Tageskarte 35 Euro. Weitere Infos unter www.eurocis.org. Auf der Website der Messe befindet sich auch eine aktuelle Liste der Aussteller.
GRTF: Im Vorfeld der Eurocis (13./14. Februar) findet das Global Retail Technology Forum statt. Die 7. Auflage der Konferenz beschaeftigt sich mit dem Thema "Kundenorientierte IT-Strategien". Neben dem Eroeffnungsvortrag von Metro-Vorstandschef Hans-Joachim Koerber zaehlen auch die Beitraege von Joerg Heistermann, Geschaeftsfuehrer der KarstadtQuelle-Einkauf GmbH, und Martin Scofield, Head of IT der britischen Warenhauskette Harvey Nichols, zu den Hoehepunkten der zweitaegigen Konferenz. Waehrend der Abendveranstaltung am Montag, 13. Februar, werden die Global Retail Achievement Awards verliehen. Veranstalter ist das EuroHandelsinstitut (EHI), Koeln, und die Retail Systems Alert Group, Boston. Weitere Infos unter www.retailsystems.com/GRTF
Innovationstag Handel: Schliesslich gehoert zum Rahmenprogramm der Messe auch der vom EHI veranstaltete "Innovationstag Handel". Hans-Werner Sinn, Chef des Muenchener Ifo-Instituts, macht sich zum Auftakt Gedanken ueber das Thema "Deutschland - eine Basar-Oekonomie". Zudem wird die EHI-Studie "Retail Leaders 2006" vorgestellt, fuer die 50 Top-Manager aus dem Handel zu den wirtschaftlichen Erwartungen, den strategischen Planungen, den wichtigsten Erfolgsfaktoren und den bedeutendsten Innovationen befragt wurden. Im Anschluss diskutieren unter anderem Kaufhof-Chef Lovro Mandac und Guenter Fergen, Generalbevollmaechtigter der Schwarz-Gruppe, ueber die Ergebnisse der Studie.